Emanzipation
In unserem etwas anderen twogether.wien Gender-Glossar, werfen wir einen genaueren Blick auf wichtige Begriffe der Gender-Debatte.
Emanzipation
Definition: Was wird allgemein unter Emanzipation verstanden?
Emanzipation bezeichnet den Prozess der Befreiung aus Abhängigkeit, Bevormundung oder gesellschaftlicher Unterdrückung hin zu autonomem, gleichberechtigtem und selbstbestimmtem Handeln. Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit individuellen oder kollektiven Rechten verwendet – etwa bei der Frauenemanzipation, der Emanzipation von Minderheiten oder der sozialen Emanzipation benachteiligter Gruppen.
Im gesellschaftlichen Mainstream steht Emanzipation für das Streben nach rechtlicher Gleichstellung und Chancengleichheit – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben. Emanzipation ist ein zentraler Bestandteil von Menschenrechts- und Gleichstellungspolitiken.
Welche sozialpolitischen Gedanken hat twogether.wien zur Emanzipation?
Emanzipation steht für Chancengleichheit und will etwas anderes als Gleichstellung. Chancen-Gleichheit kann auch nicht an vorgegebener Ergebnis-Gleichheit gemessen werden. So eine Idee herrscht nur in undemokratischen Verhältnissen. (z.B.: frühere DDR). Die Emanzipations- und Frauenbewegung hat in der Vergangenheit für uns alle, äußerst wichtige Veränderungen bewirkt. Sie wurde zu Recht zur "größten Befreiungs-Bewegung im 20. Jahrhundert erklärt.“
Heute jedoch gilt: Mit nur einem fortschrittlichen Gender-Standbein (Feminismus) allein kann es keine nachhaltig gedeihliche Kultur-Situation für Männer und Frauen geben! Um kulturelle Gleich-Wertigkeit zu erreichen, muss es – per Gesetz – auch fortschrittliche Männerpolitik geben dürfen. Männer haben großen Nachholbedarf, den sie dringlich angehen dürfen.
