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  • AutorenbildKlaus Podirsky

Kinderrecht Bindung vor Bildung



Warum „Alles zu seiner Zeit!“ auch noch heutzutage eine wichtige Information ist. – Was sagen Experten?


Ein paar initiierende Fragen dazu:

  • Was sagt die Kinderpsychiatrie zur Bedeutung der Entwicklung von Bonding (Bindung)?

  • Warum drängen Kinderpsychiater auf gesetzlich festgelegte, individuelle „Krippen-Reife“ (entsprechend der Schul-Reife vor dem 6. Lebensjahr)?

  • Gibt‘s internationale Forschungen zum Thema „Frühkindlicher Stress & Fremdbetreuung“? 


Versuche einiger Antworten:


In welcher Sicht ALLE Expert(inn)en heute übereinstimmen, ist die existenziell entscheidende Bedeutung „frühkindliche Bindung“ (Bonding) für die Entwicklung JEDES Kindes. Wir wissen, es gibt heute immer wieder die Notwendigkeit von Fremdbetreuung. – Und die gab es immer schon. In früheren Zeiten von Großfamilien haben dies meist die Großeltern als nahe Bezugspersonen geleistet (Kontinuität).


Was sagt die Kinderpsychiatrie zur Bedeutung der Entwicklung von Bonding ?

Hier eine Stellungnahme der „Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung“ (DPV) – ihr „Memorandum“ bereits aus dem Jahr 2007! – „Wir gehen von folgendem Wissen aus, das auf Forschungs-Ergebnissen und psychoanalytischer Erfahrung beruht: Während der ersten 36 Lebensmonate ist das Kind wegen seiner körperlichen und seelischen Verletzlichkeit ganz besonders auf eine schützende und stabile Umgebung angewiesen. Es bindet sich an die Menschen, die ihm am verlässlichsten zur Verfügung stehen. Bindung ist für das Kind eine Überlebensnotwendigkeit. Sie bildet die Grundlage für sein Selbstwertgefühl und seine Fähigkeit, tragfähige Beziehungen aufzubauen. Seine emotionale und kognitive Entwicklung wird in der frühen Kindheit durch die Stabilität seiner Beziehungen gefördert. Einfühlung in seine Bedürfnisse, Verfügbarkeit einer verlässlichen Bezugsperson, regelmäßige Alltagsstrukturen helfen dem Kind, ein ‚Urvertrauen‘, das gerade in dieser Zeit erworben wird und eben nicht angeboren ist, zu gewinnen. … In der Regel passen sich Kinder nach einer Weile an neue Situationen an und akzeptieren das neue Beziehungsangebot. Auch wenn die Betreuerin nur eine ‚Übergangs-Mutter‘ ist, die sich deshalb nicht stärker binden möchte, weil sie den kommenden Abschied voraussieht: Das Kind bindet sich immer, weil es Bindung braucht, um seelisch zu wachsen. Jeder Krippenwechsel oder Wechsel einer Tagesmutter bedeutet für das Kind eine erneute Erfahrung von Bindungsverlust. Es gibt keine psychische Gewöhnung an Verlust: Kommt er unvorbereitet und kann er nicht innerhalb einer vertrauten Beziehung verdaut werden, sind Verleugnung und Anästhesierung der Gefühle die Folge, häufig begleitet von der ‚Körpersprache‘ psychosomatischer Symptome. Der meist unausweichliche Verlust der Ersatzperson ist dann besonders schwerwiegend, wenn das Kind in seiner Trauer um sie von den Eltern kaum bestätigt und gestützt wird. …“ (DPV-Memorandum Krippenausbau)


Die Kinderpsychiater drängen auch auf gesetzlich festgelegte, individuelle „Krippenreife“.

Vonseiten der deutschen Standesvertretung (DPV) wird auch hier auf 2 wesentliche Aspekte hingewiesen: Es wird aus Altersgründen (Kleinkinder), aber auch aus Gründen des ungenügenden Angebots „Krippenreife“ analog zur „Schulreife“ eingefordert. (Link zum Memorandum, das auch in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht wurde, siehe oben).

Die DPV-Vorsitzende Gertraud Schlesinger-Kipp sagte der WELT: „Generell gilt: Trennungserfahrungen in sehr frühem Alter werden im Körper gespeichert. Sie tauchen in späteren Situationen als Ängste wieder auf.“ (Hier der Link zum gesamten Text: https://www.welt.de/welt_print/article1495364/Fruehkindliche-Fremdbetreuung-ist-schaedlich.html


Internationale Forschungen zum Thema „Frühkindlicher Stress & Fremdbetreuung

Bereits 2012 wurde in Europa in Medien auf zwei Großstudien bzgl. Fremdbetreuung in Nordamerika hingewiesen. (FAZ Mittwoch, 4. April 2012) Eine aus den USA (National Institute of Child Health and Development – NICHD), eine andere aus Kanada, gemeinsam von Ökonomen und Medizinern durchgeführt (National Longitudinal Survey of Children and Youth – NLSCY). Beide Längsschnitts-Studien kommen zu entsprechenden Resultaten bei früher kindlicher Fremdbetreuung: 

Fazit auf Kinderseite: „Zunahme von Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit, Aggressivität, eine Verschlechterung sozialer und motorischer Kompetenzen und eine Verschlechterung des Gesundheitszustands, hauptsächlich in Form vermehrter Infektionserkrankungen.“Fazit auf Elternseite: „Verschlechterung aller Eltern-Kind- Interaktionsparameter, u.a. eine Zunahme feindseliger und inkonsistenter Erziehung, schlechtere, elterliche psychische Gesundheit (u.a. vermehrte mütterliche Depression) und geringere Beziehungszufriedenheit der Frauen.“ (Aus: www.fachportal-bildung-und-seelische-gesundheit.de)


Könnten Sie selbst 6-8linge gleichaltriger Babys betreuen?

6-8-linge als Analogie bildet die reale Situation in unseren Babykrippen durchaus treffend ab, wird aber aus Gründen einseitigen Lobbyings oft ignoriert oder schön-geredet. Nicht jedoch von Kinderpsychiatern und Pädagogen. Ihre langjährigen Forderungen lassen aber politisch bisher leider noch wenig aufhorchen.


Heikle Frage: Wie kann es sein, dass wir uns als liberale und aufgeklärte Gesellschaft in derartiger Weise über die Bedürfnisse Unmündiger – unserer Kleinkinder – bereit sind zu hinwegzusetzen? Warum? Es geht hier um wenige Jahre einer gemeinsamen Lebens-Ausrichtung! Die neoliberalistischen Bedürfnissen der Arbeitswelt können doch gut-und-gern ‘mal 3 Jahre warten.   


Über dem eigenen Tellerrand wird die Welt erst interessant

twogether.wien steht auch als gesellschafts-politisches Sprachrohr für Kinder ein, um ihnen heute wie zukünftig ein Heranwachsen in Würde und Geborgenheit mit alters-adäquater Förderung und Bildung zu ermöglichen. Dies bedeutet: Um frühkindlichen Traumata vorzubeugen, tritt twogether.wien für die verpflichtende Einführung einer individuell beurteilten „Krippenreife“ (analog der Schulreife) ein, wie dies u.a. auch das Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) einfordert. Ebenso gilt: Wo Babykrippen für die Kleinsten als Betreuungslösung gewählt werden, muss ein medizinisch-psychologisch relevanter Betreuungsschlüssel (von maximal 3 : 1) gelten.

Ansonsten gilt für uns das Plädoyer: Baby-Krippen – NEIN DANKE!“ 


Hier meine abschließende Frage:​ Was würde sich ein KIND von uns wünschen ...?

(Ergänzend dazu siehe unseren Blog Kinderrecht auf Fremdbetreuung ab dem 1. Jahr / 3. Monat“)


Wir von twogether.wien stehen jedenfalls dafür:

(Klein)Kinder wünschen sich ein „Recht auf Elternzeit“ – kein „Recht auf Fremdbetreuung“! 🤗


Schaffen wir gemeinsam solche sozial-politische Verhältnisse, dass Eltern künftig mehr Kinderzeit haben können und Kinder mehr Elternzeit! Dazu braucht es eine Verstärkung an Eltern-Kompetenz: Lasst den Kleinsten ihre Mütter und Väter!

twogether.wien steht daher parallel dazu, „Eltern-Kompetenztrainings“ verpflichtend mit dem „Eltern-Kind-Pass“ zu verknüpfen. (Auf unserer Website findest Du weiter Infos zum Thema: https://www.twogetherwien.com/gender-in-der-bildung

 


Herzliche Grüße

Klaus Podirsky und

twogether.wien – Men4Women, Women4Men, HUMANS4HUMANS! 🤗👫👫👫👫👫👫🙋‍♂️


P.S.: Was sagt Dir diese Reflexion zum Thema Bindung-Entwicklung? – Was nimmst Du mit? 

Hinterlasse für uns alle einen kurzen Kommentar. 

Sei eine/r der Ersten, die sich bereitfinden, den „Sozialen Klimawandel” zum Positiven mitzugestalten. twogether.wien

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